DSC02166 CIMI webDer Amazonas brennt - Wer denkt da schon an Afrika?

Gedanken von Patrick Krãnipî Godar zu den Bränden im Amazonasgebiet.

Diese dramatische Überschrift ist kein medialer Aufreißer sondern eine traurige und gefährliche Realität.

Brand Tocantins 2019Brasilien
Gefährlich sind die vielen und riesigen Brandherde in Brasilien zuerst für die Bewohner der betroffenen Gebiete : Indigene, Flussanrainer, Waldbewohner sogar Bewohner der über 2000 km entfernten Millionenmetropole São Paulo im Süden wo sich der Himmel zeitweilig verdunkelte und die Gesundheit der Menschen bedrohte. Dann ist es die katastrophale Vernichtung von Tieren und sogar ganzen Arten, die nur in bestimmten Regionen des Regenwaldes vorkommen. Zuletzt sind es die Bäume die in Flammen aufgehen, Amazonasriesen, die ein Teil der Lösung unseres CO2-Problems darstellen, die das Ökosystem Regenwald sichern und unsere Luft zum Atmen produzieren.

Latein- und Mittelamerika
Nicht nur in Brasilien werden hunderttausende Hektare Regenwald vernichtet, unter anderem auch in Bolivien, Peru oder französisch Guyana wüten Brände. Unser Partner aus Guatemala hat auch Waldbrände bestätigt.

Afrika und Asien
Wovon nicht geredet wird: In Afrika wüten noch verheerende Brände. Medienunwirksam? Politisch uninteressant? Die von Kriegen, Klimakatastrophen und politischer und wirtschaftlicher Ausbeutung gestraften Afrikaner scheinen weniger Aufmerksamkeit zu verdienen, ihre Natur auch nicht. Es wäre zu kurz gedacht, wenn hier nur auf das brasilianische Problem eingegangen würde, so wie die Teilnehmer der G7-Konferenz es getan haben. Letzte Woche sind laut NASA-Satellitendaten in Angola und der Demokratischen Republik Kongo mehr Brände registriert worden als in Brasilien.
In Asien brennen Wälder in China, Indonesien, Sibirien.

Fastensonntag 4 Valente webZurück nach Brasilien
Eine außergewöhnliche Trockenheit hat dieses Jahr diese Katastrophe bewirkt. Verstärkt wird sie allerdings durch Minenabbau oder Gewinnung von Agrarflächen durch Brandrodung. Nach offiziellen Zahlen in den westlichen Medien sollen allein in Brasilien seit Januar 73.000 Brandherde gemeldet worden sein, die zum Teil außer Kontrolle sind. Sogar der G7-Gipfel in Biarritz hat sich zu einem Hilfsangebot für Brasilien durchgerungen, das prompt vom brasilianischen Präsidenten als Beleidigung zuerst abgelehnt dann unter unsinnigen Bedingungen angenommen wurde. Die Zahl von 40.000 Soldaten die der brasilianische Präsident zur Feuerbekämpfung eingesetzt hat ist geradezu lächerlich. Nur mit vereinten Kräften kann dieses Inferno eingedämpft und bekämpft werden.

Brand Tocantins 2 2019Tocantins, Legalamazonien
Unsere Partner im Tocantins haben uns gestern berichtet wie die Lage mit den Waldbränden in ihrem Bundesstaat ist: Auf einer Fläche von 277.600 km2 mit 1,5 Millionen Einwohner beherbergt der Bundesstaat auch 10 indigene Völker. Anders als im Hochwald des Amazonas bestehen die Wälder in dieser Gegend aus der kleinwüchsigen Vegetation der Savanne . Die Bäume sind auch von Natur aus besser vorbereitet auf Feuersbrünste als die Amazonasriesen. Die Gefahr von Bränden ist jedoch die gleiche für Mensch und Tier.
Im Tocantins wurden über 6.000 Brandherde registriert. Im Gegensatz zu den Bundesstaaten Para, Rondônia oder Amazonas sind sie unter Kontrolle. In indigenen Gebieten gab es bisher Feuer bei den Apinajé und bei den Krahô-Kanela, nahe dem Dorf Lankraré wo Wagner wohnt, der 2016 in Luxemburg auf Besuch war. Ein junger Xerente, der in der indigenen Feuerbekämpfungsbrigade engagiert ist, stellt fest, dass die meisten Feuer natürlichen Ursprungs sind und relativ schnell gelöscht werden können. Natürlich gibt es auch immer wieder gelegte Brände. In den anderen Bundesstaaten ist dieses Problem viel grösser.
Ermutigt durch die Reden des Präsidenten, wurden dieses Jahr erheblich mehr illegale Brandordnungen bestätigt als vor seiner Amtseinführung im Januar 2019. Die unverantwortliche Haltung dieses Präsidenten trägt eine Mitschuld in der Zerstörung von Lebensräumen und von einem Ökosystem, das für die ganze Welt relevant ist.

Die Veränderungen im Weltklima machen unseren Partnern zu schaffen und sie müssen ihre Landwirtschaft anpassen, um die Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. Was die wirtschaftliche rücksichtslose Ausbeutung der Natur angeht, so kann man nur hoffen, dass mehr Länder sich positionieren, so wie Luxemburg es im Fall der Ratifizierung des Mercosur-Abkommens vorhat. Umweltauflagen in internationalen Abkommen und Veränderungen im Konsumverhalten sind Notwendigkeiten um zukünftiges Leben zu schützen.

Patrick Krãnipî Godar

Porträt-Fotos: ©Jorge Valente

Photos der Brände: ©CIMI

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