Seit geraumer Zeit engagiert sich partage.lu in der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Luxemburg, denn solche Bildungsinitiativen „im Norden“ sind absolut notwendig, da allein eine finanzielle Unterstützung von Entwicklungsprojekten im Globalen Süden nicht ausreicht, unsere Eine Welt solidarischer und gerechter zu gestalten. Eine Veränderung unseres Lebensmodus hier im Norden ist dringend gefordert, wenn wir der sozialen sowie ökologischen Krise entgegen wirken wollen.
Die Fondation konzentriert sich vor allem auf das Vermitteln einer nachhaltigen und verantwortungsbewussten Ernährungsweise in Schulen. Zusammen mit drei weiteren Entwicklungs-organisationen hat partage.lu einen mehrstündigen Workshop ausgearbeitet, der sowohl aus theoretischen wie aus praktischen Modulen besteht: FANTASTIC FOOD. Meine Entscheidungen im Hier und Jetzt, beispielsweise die Art und Weise, wie ich mich hier und heute ernähre, hat sowohl einen Einfluss auf die Erde als auch auf die gesamte Menschheit, in der Gegenwart und für die Zukunft. Wie komplex die Verflechtungen in der Nahrungsmittelbeschaffung, -sicherung und -souveränität sind, ist zwischenzeitlich vielen mehr oder weniger bewusst. „Unser tägliches Brot gib uns heute…“
In der aktuellen Situation fallen leider viele unserer bereits mit mehreren Schulen vorgesehenen Workshops aus. In der Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind wir momentan am Überlegen, was wir alle, ob klein oder groß, alt oder jung, aus dieser weltweiten Pandemie und Krisensituation lernen können, um so, gemeinsam mit den Jugendlichen, in eine andere Zukunft voranschreiten zu können. Ein winziges Virus legt die Welt lahm… Die Erde atmet auf, Ruhe macht sich breit, die Natur kann sich endlich etwas von der Zerstörung durch Menschhand erholen, Entschleunigung kehrt ein, öfters zwar unfreiwilliger Weise, und dennoch… Könnte möglicherweise dieses verheerende Virus den Weg zu einem nachhaltigeren, bewussteren und gerechteren Miteinander ebnen? Ein hoher Preis … „Unser tägliches Brot gib uns heute…“
Was lehrt uns diese Pandemie? Das wir einander brauchen, mehr denn je? Dass Solidarität kein leeres Wort sein kann und auch nie werden darf?
Der Blick von partage.lu wandert natürlicherweise nach Süden: wie geht es unseren Partnerorganisationen während dieser Pandemie? Wie können jene Länder, in denen partage.lu Entwicklungsprojekte unterstützt, sich auf diese Krise vorbereiten? Länder, in denen sauberes Wasser keine Selbstverständlichkeit ist? Länder, in denen das Gesundheitssystem selbst ohne Pandemie mehr schlecht als recht funktioniert? Wo zahlreiche Menschen Tagelöhner sind, und nun, durch die Ausgangssperre, gar kein Geld mehr verdienen, um ihre Familie über die Runden zu bringen? Wo der Transport von Lebensmitteln in entlegene Gegenden jeden Tag eine wahre Herausforderung ist, und in Krisenzeiten mehr denn je? „Unser tägliches Brot gib uns heute…“
Die diesjährige Fastenaktion steht unter dem Motto: „Well Gerechtegkeet keen Zoufall ass!“ Dafür können wir jetzt sorgen, indem wir mutig sind und zeigen, dass Solidarität kein leeres Wort ist, und, indem wir gerade jetzt den Blick nach innen wagen und uns fragen:
„Was ist mir wichtig? Was brauche ich wirklich?“
Jede Krise ist auch eine Chance – ein sehr abgenutzter Satz, der jedoch immer noch der Wahrheit entspricht! Gegen die COVID-19 Pandemie sind wir in vielen Hinsichten machtlos, doch wie das DANACH aussehen wird, liegt in unserer aller Hände! Die Vision EINER sozial und ökologisch gerechten Welt kann konkreter werden, indem wir den Mut zeigen, die Verantwortung für ihre Verwirklichung zu übernehmen, gemeinsam! „Unser tägliches Brot gib uns heute…“
Sophie Schaul, Beauftragte für nachhaltige Bildung bei partage.lu
Fondation Partage Luxembourg 27, rue Michel Welter L-2730 Luxembourg Tél. 26 842 650